Welche Reparaturen sind vom Mieter durchzuführen

veröffentlicht am: 01.06.2016



In diesem Blogbeitrag erfahren Sie welche Reparaturen im Rahmen des Mietverhältnisses vom Mieter durchzuführen sind.

Welche Reparaturen sind vom Mieter durchzuführen

Grundsätzlich können Sie vom Mieter nicht sämtliche Schönheitsreparaturen verlangen. Tatsächlich ist es so, dass Sie bei Wohnungswechsel sogar nur ganz bestimmte Reparaturen vom Mieter fordern dürfen, wie zum Beispiel die üblichen Malerarbeiten: Streichen von Wänden, Decken, Heizkörpern und Rohren, Innentüren, Außentüren und Fenster von innen, gegebenenfalls das Streichen von Fußböden und das Tapezieren.

Weitergehende Renovierungen wie das Abschleifen und Versiegeln von Parkett, der Austausch des Teppichbodens, das Streichen der Fenster und Türen von außen können nicht auf den Mieter übertragen werden. Ausnahme: Der Mieter beschädigt Gegenstände oder der Verschleiß ist übermäßig groß. Dann muss er für den entstandenen Schaden haften.

In manchen Fällen muss der Mieter gar keine Schönheitsreparaturen erledigen. Dies gilt in folgenden Fällen:

  • Der Mietvertrag enthält keine Vereinbarung zu Schönheitsreparaturen. In diesem Fall greift die gesetzliche Regelung, die vorsieht, dass der Vermieter dafür zuständig ist.

  • Die Renovierungsklausel im Mietvertrag ist ungültig. Dies ist der Fall, wenn sie den Mieter unangemessen benachteiligt.

Einige Beispiele für ungültige Renovierungsklauseln:

  • Folgende Vorgaben benachteiligen den Mieter und machen damit Renovierungsklauseln nichtig: zu kurze Renovierungsfristen – alle zwei Jahre (Küche, Bad) bis fünf Jahre (Wohn- und Nebenräume) sind zu kurz.

  • Starre Renovierungsfristen: Wenn der Mieter laut Fristenplan zu Schönheitsrenovierungen gezwungen wird, obwohl diese noch gar nicht nötig sind.

  • Zieht der Mieter in eine Wohnung ein, die nicht frisch renoviert ist, oder zumindest nicht den Gesamteindruck einer renovierten Wohnung vermittelt, kann er grundsätzlich nicht zu irgendwelchen Schönheitsreparaturen verpflichtet werden.

  • Verpflichtung, grundsätzlich beim Auszug zu renovieren (unabhängig davon, ob eine Renovierung nötig ist oder nicht).

  • Doppelte Renovierungsverpflichtung (gemäß Fristenplan und zusätzlich beim Auszug).

  • Starre Vorgaben hinsichtlich der Ausführungsart (etwa dann, wenn der Mieter verpflichtet ist, während des Mietverhältnisses die Wände in bestimmten Farben zu streichen).

Außerdem dürfen Sie vom Mieter nicht verlangen eine Fachfirma zu beauftragen. Er muss die Reparaturen lediglich in einer handwerklich korrekten Qualität mittlerer Art und Güte abliefern.

Der Gesetzgeber hat inzwischen einen ziemlich engen Rahmen gesetzt, wann und welche Arbeiten vom Mieter durchzuführen sind. Grundsätzlich muss eine gültige Klausel zu Schönheitsreparaturen flexibel im Hinblick auf Fristen und Vorgaben sein. Dies soll verhindern das Mieter zu Renovierungen verpflichtet werden, die noch gar nicht nötig sind.

 Eine mögliche Formulierung für eine flexible Klausel könnte in etwa folgendermaßen lauten:

„Im Allgemeinen werden Renovierungen nach einem bestimmten Zeitablauf fällig.“

Eine gültige Klausel gibt außerdem angemessen lange Fristen vor, allerdings hat der Bundesgerichtshof diesbezüglich keine konkreten Vorgaben gemacht, weshalb im Moment sowohl Vermieter als auch Mieter nicht genau wissen, wie lange diese Fristen nun seien sollen. In vielen Fällen werden heute Regelungen getroffen, wonach Renovierungen im Allgemeinen alle neun, sieben, beziehungsweise fünf Jahre fällig sind.

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